Was fressen Marder? Nahrung und Beutetiere im Überblick.

September 2026 • Lesezeit: 8 Min.

Von Selina Gläser, Sales & Marketing Managerin bei STOP&GO

  • Marder sind Allesfresser mit fleischreicher Ernährung: Mäuse, Ratten, Vögel und deren Eier, Insekten, Aas
  • Beim Steinmarder machen pflanzliche Anteile wie Beeren, Obst und Nüsse saisonal ein Drittel bis die Hälfte der Nahrung aus
  • Die Nahrungswahl variiert je nach Art und Lebensraum – Steinmarder nutzen als Kulturfolger zusätzlich Mülltonnen, Kompost und Tierfutter
  • Kabel gehören nicht zur Nahrung. Marderverbisse im Motorraum sind Revierverhalten, kein Fressverhalten
  • Nahrungsquellen zu entziehen senkt den Besuchsdruck – ersetzt aber keine technische Marderabwehr

Welche Marderarten gibt es – und welcher Marder kommt ans Haus?

Marder gehören zur Familie der Marderartigen (biologischer Ausdruck: Mustelidae) innerhalb der Ordnung der Raubtiere. Dazu zählen neben Stein- und Baummardern zahlreiche andere Arten: Dachse, Wiesel, Iltisse, Otter, Nerze und der Vielfraß. Für Haus- und Fahrzeugbesitzer in Deutschland ist praktisch immer der Steinmarder relevant.

Merkmal Steinmarder (Martes foina) Baummarder (Martes martes)
Lebensraum Kulturfolger: Siedlungen, Scheunen, Dachböden Zusammenhängende Wälder, sehr scheu
Nahrung Kleinsäuger, Geflügel, Obst, Abfälle, Tierfutter Kleinsäuger, Eichhörnchen, Vögel, Waldfrüchte
Nähe zum Menschen Lebt gerne in der Nähe von Menschen5 Meidet sie
Relevanz für Schäden Hoch (Auto, Gebäude) Sehr gering

Tab. 1: Vergleich Steinmarder vs. Baummarder

Merksatz für die Praxis: Wer nachts Trittgeräusche über der Decke hört oder zerbissene Leitungen findet, hat es mit dem Steinmarder zu tun.

Was frisst ein Marder?

Marder sind Allesfresser, die eine opportunistische Nahrungsstrategie verfolgen, wodurch das Nahrungsspektrum besonders breit ist.1, 3 Opportunistisch bedeutet konkret, dass sie ihre Nahrungsaufnahme an die Verfügbarkeiten des Nahrungsortes anpassen können und sich nicht auf eine spezifische Art von Nahrung spezialisieren. Je nach Jahreszeit besteht ihre Nahrung etwa ein Drittel bis zur Hälfte aus Früchten, wie Beeren, Fallobst und Nüsse.2 Vorrangig sind Marder jedoch Fleischfresser, wobei sie insbesondere kleine Wirbeltiere wie Mäuse, Ratten und Kaninchen, Amphibien, Vögel und deren Eier, sowie Wirbellose wie Insekten, Würmer und Aas verzehren.

Genau diese Flexibilität macht den Steinmarder in Siedlungen so erfolgreich: Er passt seine Nahrungswahl den örtlichen Gegebenheiten an, sodass auch Nahrungsreste des Menschen seinen Speiseplan bereichern.2 Offene Mülltonnen, Kompost und über Nacht draußen stehendes Katzen-, Hunde- oder Vogelfutter sind für ihn deshalb ebenso attraktive Futterquellen wie eine Mäusepopulation im Garten.

Nahrungsquellen von Mardern im Überblick
Abb. 1: Nahrungsquellen von Mardern im Überblick

Zur Einordnung: Ein Steinmarder wiegt rund 1,1 bis 2,2 Kilogramm.4 Ein Garten mit Fallobst, Kompost und Mäusepopulation deckt seinen Bedarf vollständig – mehr braucht es nicht, damit ein Revier attraktiv wird.

Wie verändert sich die Nahrung im Jahresverlauf?

Marder halten keine Winterruhe und sind deshalb ganzjährig auf Nahrungssuche. Ihre Nahrungszusammensetzung folgt dabei dem Angebot: Im Frühling und Sommer dominiert tierische Nahrung, im Herbst steigt der Fruchtanteil deutlich an, im Winter jagen sie überwiegend kleine Säugetiere.

Jahreszeit Schwerpunkt
Frühling Vogeleier, Nestlinge, Jungtiere, Mäuse
Sommer Insekten, erste Beeren, Kleinsäuger
Herbst Hoher Fruchtanteil, Nüsse, Fallobst
Winter Überwiegend tierische Nahrung und Aas, Mäusejagd, verstärkte Gebäudenähe

Tab. 2: Nahrungsquellen von Mardern sortiert nach Jahreszeit

Besonders im Winter, wenn andere Nahrungsquellen knapp werden, machen Mäuse einen großen Teil der tierischen Ernährung aus.6

Wie jagen Marder?

Marder jagen nachts und vor allem am Boden. Sie sind Raubtiere mit hervorragendem Gehör, Geruchssinn und Klettervermögen: Tagsüber schlafen sie in einem ihrer vielen Quartiere, nachts streifen sie durch ihr Revier – offenes Gelände meiden sie und schleichen bevorzugt an Hecken und Hauswänden entlang.2

Ihre Beute fressen Steinmarder nicht dort, wo sie sie erlegt haben, sondern bringen sie an einen sicheren Platz. Mehrere kleine Tiere wie Mäuse transportieren sie in einem Gang gemeinsam ab, größere Beute zerlegen sie vorher in tragbare Stücke.3

Warum töten Marder ganze Hühnerstände?

Im Siedlungsbereich und auf Bauernhöfen kommt es vor, dass Marder in Hühnerställe eindringen und dabei ganze Bestände töten. Umgangssprachlich wird das als „Blutrausch“ bezeichnet – biologisch trifft das nicht zu. Verantwortlich ist der Beutefangreflex des Marders: Im engen Stall wird er durch die flatternden Tiere immer wieder neu ausgelöst, während die Beute im Freien längst geflüchtet wäre. Laut Landesforsten Rheinland-Pfalz treten solche Überfälle vor allem bei unzureichendem oder falschem Einsatz von Schutzzäunen auf.2 Zu empfehlen sind hier zudem technische Marderabwehrmaßnahmen, wie Ultraschallgeräte – die eingesetzten, sich abwechselnden Frequenzen liegen außerhalb des Hörbereichs von Hühnern, aber im Hörbereich von Mardern, Waschbären, Ratten und Mäusen.

Fressen Marder Autokabel?

Nein – Kabel, Kunststoff und Gummi gehören nicht zur Nahrung des Marders. Der Biss im Motorraum hat mit Hunger nichts zu tun, sondern mit dem Revierverhalten der Tiere.

Marder nutzen warme Motorräume als Rückzugsort und hinterlassen dort ihre Duftmarken, die für andere Marder deutlich wahrnehmbar sind. Parkt ein Fahrzeug anschließend im Revier eines anderen Marders, reagiert dieser aufgrund des ausgeprägten Territorialverhaltens aggressiv auf den fremden Geruch – und zerbeißt die markierten Leitungen. Wie Marderverbisse am Fahrzeug im Detail entstehen und welcher Schutz wirkt, erklären wir in unserem Beitrag zu Marderschutz statt Marderschaden: Wie Sie Ihr Auto schützen können.

Nahrungsquellen für Marder beseitigen: die wichtigsten Maßnahmen

  • Mülltonnen und Kompost sichern: Deckel schließen, Kompost abdecken
  • Tierfutter wegräumen: Katzen-, Hunde- und Vogelfutter nicht über Nacht draußen stehen lassen
  • Fallobst aufsammeln: besonders im Spätsommer und Herbst, wenn Früchte einen großen Teil der Nahrung ausmachen
  • Nagetierbefall bekämpfen: Mäuse und Ratten sind seine Hauptbeute – aber nur bei auffällig starkem Befall und mit fachgerechten Mitteln
  • Geflügel und Kaninchen mechanisch sichern: Alle Öffnungen unter 5 cm sollten gesichert werden, zu empfehlen ist ein sehr feinmaschiges Drahtgitter, z.B. Volierendraht sowie ein Untergrabschutz. Für verlässlichen Schutz Ultraschallgerät in Stallnähe montieren

Warum reicht Nahrungsentzug allein nicht aus, um einen Marder fernzuhalten?

Weil zwei völlig verschiedene Motive im Spiel sind. Nahrungssuche lässt sich durch das Entfernen der vom Menschen erzeugten Nahrungsquellen beeinflussen – Reviermarkierung und Quartiersuche nicht.

Diese Lücke kann mithilfe von technischer Marderabwehr geschlossen werden. Dabei greifen zwei Prinzipien: Ultraschallgeräte erzeugen wechselnde Frequenzen, die für den Marder wie tierische Warnschreie klingen – durch den Frequenzwechsel gewöhnt sich der Marder nicht an den Ton und empfindet ihn immer wieder aufs Neue als störend, wodurch er den Bereich meidet. Hochspannungsgeräte arbeiten nach dem Weidezaunprinzip: Der Marder erhält bei Berührung einen kurzen, ungefährlichen Impuls und meidet das Areal dauerhaft. Für den Motorraum bietet STOP&GO Marderabwehr beide Prinzipien auch als Kombigerät an, das Hochspannung und Ultraschall in einem System vereint.

Wichtig ist die Reihenfolge: Solange die Duftmarke des Marders wahrnehmbar ist, kommt das Tier zurück. Sie muss mit einem speziellen Duftmarken-Entferner vollständig neutralisiert werden, bevor ein Abwehrgerät eingesetzt wird – im Motorraum genauso wie auf dem Dachboden.

FAQ

Was fressen Marder am liebsten?

Mäuse. Sie stehen bei den tierischen Nahrungsquellen ganz oben, sind leicht zu jagen, kommen in fast allen Lebensräumen vor und liefern Proteine und Fette.6

Fressen Marder Hühner?

Ja. Im menschlichen Siedlungsbereich bedient sich der Steinmarder beim Hausgeflügel – Hühner, Tauben und junge Enten – und verschmäht auch Aas und Abfälle nicht. Deshalb sind ungesicherte Ställe für ihn besonders attraktiv.

Fressen Marder Katzen- oder Hundefutter?

Ja. Der Steinmarder passt seinen Speiseplan den örtlichen Gegebenheiten an, sodass auch Nahrungsreste des Menschen sein Menü bereichern. Über Nacht draußen stehendes Tierfutter ist deshalb eine häufige Ursache für regelmäßige Marderbesuche.

Darf ich Marder füttern oder selbst fangen?

Beides nein. Der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht, der Baummarder ist streng geschützt. Marder zu fangen oder zu töten ist Laien nicht erlaubt; Zuständigkeit und Schonzeiten regeln die Bundesländer unterschiedlich. Ansprechpartner sind Jagdausübungsberechtigte und die untere Jagdbehörde. Fangen löst das Problem ohnehin selten dauerhaft – ein freies Revier wird von einem Artgenossen nachbesetzt. Mehr Infos zu: Marder fangen

Woran erkenne ich, was ein Marder gefressen hat?

An seinen Fraßresten und am Kot: Federn und Knochen weisen auf Vögel hin, Obstkerne und Beerenreste auf pflanzliche Nahrung, angebissene Eierschalen auf Gelege. Kot setzt der Marder an festen Orten ab – im Sommer und Herbst enthält er häufig sichtbare Kerne und Samen.


Quellen:
1 Deutscher Jagdverband: Tiersteckbrief Steinmarder
2 Landesforsten Rheinland-Pfalz: Steinmarder (Martes foina)
3 Wildtiermanagement.com: Steinmarder – Biologie
4 Wildpark Schwarze Berge: Steinmarder
5 Naturpark-Detektive: Steinmarder Steckbrief
6 Wildbrücke: Steinmarder Nahrung
Bildnachweis Titelbild: iStock – Steinmarder mit Ei

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